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23.02.09 Faszinierende Vergangenheit, viel versprechende Zukunft

Weißes Wunder

Vor 110 Jahren begann die beispiellose Karriere von Aspirin®. Heute ist die Acetylsalicylsäure (ASS), der Wirkstoff von Aspirin®, das weltweit meisteingesetzte Schmerzmittel.

110 Jahre alt und kein bisschen leise – Aspirin® ist und bleibt ein Phänomen, das immer wieder aufs Neue begeistert.

Leverkusen, 23. Februar 2009 – Verdis Oper „La traviata“ und Aspirin® haben etwas gemeinsam: Beide hatten an einem 6. März ihren ersten großen Auftritt. 1853 feierte Giuseppe Verdi in Venedig die Uraufführung seines Meisterstückes. Und 1899 wurde die Bayer-Marke Aspirin® mit der Nummer 36433 in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin aufgenommen. Während die Oper jedoch erst einmal floppte und später zu Ruhm und Ehre kam, begann für das Jahrhundertpharmakon an diesem Tag eine beispiellose Karriere. Dank eines ausgeklügelten Logistik- und Marketingkonzeptes entwickelte sich das Analgetikum schnell zum weltweiten Standard gegen Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Entzündungen.

Heute, 110 Jahre später, ist die Acetylsalicylsäure (ASS), der Wirkstoff von Aspirin®, das weltweit meisteingesetzte Schmerzmittel. Kaum eine andere Substanz wartet mit einer so traditionsreichen Geschichte und therapeutischen Breite auf wie das berühmte Bayer-Produkt. Die große Dame der Pharmazie ist trotz ihres fortgeschrittenen Alters eines der „jüngsten“ und innovativsten Arzneimittel überhaupt. Als Schlüsselfigur moderner Pharmaforschung steht sie im Fokus zahlreicher Studien und beschäftigt Forscher rund um den Globus. Jährlich erscheinen rund 3.500 wissenschaftliche Veröffentlichungen über neue Wirkmechanismen und Indikationsgebiete der Acetylsalicylsäure. Sie liefern immer wieder spannende Ergebnisse über den Einsatz der weißen Substanz.

Aspirin® gilt unter Medizinern heute nicht nur als wirksames Mittel gegen Kopfschmerzen und Migräne, sondern wird auch zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt. In der Sekundärprävention ist Aspirin® weltweit als Goldstandard anerkannt. Neue klinische Studien weisen zudem darauf hin, dass die Einnahme niedrig-dosierter Acetylsalicylsäure einen ersten Herzinfarkt verhindern könnte. In 38 Ländern wird der Wirkstoff daher bereits in der Primärprävention empfohlen. Eine Studie, die kürzlich in Italien veröffentlicht wurde, kam außerdem zu dem Ergebnis, dass niedrig-dosiertes Aspirin® den Blutdruck senkt. Doch damit nicht genug: Allein drei aktuelle Studien belegen die positive Wirkung von Acetylsalicylsäure bei der Behandlung von Darmkrebs.

Das Fundament für das „weiße Wunder“ Aspirin® legte der Pharmakologe Professor Sir John R. Vane Anfang der siebziger Jahre. Bis dahin wusste niemand Genaueres über den Wirkmechanismus der Substanz. Vane gelang es 1971, als Erster das Geheimnis der „wonder drug“ zu lüften und machte damit Aspirin®, wie er selbst einmal sagte, zum „Medikament des Jahrhunderts“. Der britische Wissenschaftler fand heraus, dass Acetylsalicylsäure schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt, indem die Substanz die Synthese bestimmter Botenstoffe (Prostaglandine) im menschlichen Körper hemmt. Seine Entdeckung machte den Weg frei für weitere Forschungen rund um die kleine weiße Tablette – und den Forscher selbst einige Jahre später zum Medizin-Nobelpreis-Träger.

Der weltweite Siegeszug von Aspirin® begann am 10. August 1897 – vor 112 Jahren. Und ist einer persönlichen Familiengeschichte zu verdanken. Damals gelang es dem jungen Chemiker Dr. Felix Hoffmann in einem Wuppertaler Bayer-Labor zum ersten Mal, Acetylsalicylsäure in chemisch reiner und dadurch haltbarer Form zu synthetisieren. Ein neuer Tausendsassa unter den Schmerzmitteln war geboren und kam zugleich dem Vater Hoffmanns zugute. Dieser litt seit vielen Jahren unter qualvollen rheumatischen Schmerzen. Die Ärzte hatten ihm Natriumsalicylat verordnet, ein widerlich schmeckendes Mittel. Mit der Entdeckung seines Sohnes konnte er seine Beschwerden nun mit der verträglicheren Substanz lindern. Das war der entscheidende Durchbruch: Millionen von Menschen taten es ihm in den folgenden Jahren nach.

Mit mehr als 640 Millionen Euro Umsatz pro Jahr ist das Bayer-Flaggschiff Aspirin® heute eines der meistverkauften Schmerzmittel der Welt und in über 80 Ländern fester Bestandteil fast jeder Hausapotheke. Keine andere Substanz rund um den Globus wird in so großen Mengen hergestellt. Würde die jährlich produzierte Menge Acetylsalicylsäure in die klassische 500-Milligramm-Tabletten gepresst, ergäbe sie aneinandergereiht eine Kette, die 150-mal um den Erdball reicht.

110 Jahre alt und kein bisschen leise – Aspirin® ist und bleibt ein Phänomen, das immer wieder aufs Neue begeistert. Experten sind sich einig: In der modernen Arzneimittelforschung wird das „weiße Wunder“ noch oft für Überraschungen und Begeisterung unter Wissenschaftlern rund um den Globus sorgen. Oder um es mit den Worten des Nobelpreisträgers Vane zu sagen: „Kein Arzneimittel auf dieser Welt hat eine so faszinierende und rekordträchtige Geschichte – eine Entwicklung, die noch nicht zu Ende ist.“

Infokasten: Triumphzug einer Erfolgsmarke

  • 1899: Aspirin® kommt zunächst als Pulver auf den Markt. Abgefüllt in großen Glasflaschen liefert Bayer das Arzneimittel an die Apotheken. Dort wird eine Menge von 500 mg des Pulvers abgemessen und in kleinen Papiertütchen an die Patienten weitergegeben. Bereits ein Jahr später bietet Bayer das Analgetikum als eines der ersten Medikamente überhaupt in der klassischen Tablettenform an.
  • 1909: Nach nur einem Jahrzehnt macht Bayer rund 30 Prozent seines weltweiten Umsatzes mit Aspirin® in den USA; ein Jahr später ist es bereits mehr als ein Drittel. Die Marke ist damit eines der zehn am häufigsten verschriebenen Medikamente in Amerika.
  • 1924: Aspirin® wird weltbekannt: Überall auf der Welt wird auf Fahrzeugen für das Bayer-Produkt geworben.
  • 1950: Aspirin® taucht erstmals als meistverkauftes Schmerzmittel im Guiness Buch der Rekorde auf.
  • 1969: Eine Schachtel Aspirin® fliegt an Bord der Raumfähre Apollo 11 bis zum Mond.
  • 1971: Der britische Pharmakologe Sir John R. Vane entschlüsselt erstmals das Wirkprinzip der Acetylsalicylsäure.
  • 1977: Eine amerikanische Studie belegt erstmals, dass Acetylsalicylsäure Schlaganfall vorbeugen kann.
  • 1997: Der Aspirin®-Wirkstoff feiert seinen 100. Geburtstag. Damit begleitet das Arzneimittel das gesamte 20. Jahrhundert wie kein anderes Medikament.



Über Bayer HealthCare

Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsver¬sorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care sowie Pharma. Die Aktivitäten des Pharmageschäfts firmieren unter dem Namen Bayer Schering Pharma. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com.


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